Rotbrauner Reismehlkäfer Nahaufnahme

Rotbrauner Reismehlkäfer [Tribolium castaneum]

Was ist ein Reismehlkäfer und woran erkenne ich ihn?

Der Rotbraune Reismehlkäfer ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling, der vor allem Getreideprodukte und Backzutaten wie Mehl, Grieß, Teigwaren oder Gewürze befällt. Als typischer Sekundärschädling tritt er meist dann auf, wenn Produkte bereits vorgeschädigt oder unsachgemäß gelagert sind.

Er gehört zur Familie der Schwarzkäfer und wird aufgrund seines Vorkommens in Mühlen, Lagerhäusern und privaten Haushalten gleichermaßen gefürchtet. Durch seine hohe Fortpflanzungsrate und die Fähigkeit, giftige Abbauprodukte wie Chinone abzusondern, kann er Lebensmittel ungenießbar machen und zu hygienischen Problemen führen.

Aussehen

  • Körperlänge: 3 bis 4 Millimeter
  • Farbe: rotbraun, glänzend
  • Körperbau: schlank, länglich-oval, abgeflacht
  • Fühler: elfgliedrig, die letzten drei Glieder verdickt und keulenförmig
  • Flügel: gut entwickelt, flugfähig
  • Larven: weißlich bis gelblich, etwa 5 bis 6 Millimeter lang, mit bräunlichem Kopf

Entwicklung und Lebensweise

Die Weibchen des Rotbraunen Reismehlkäfers legen ihre Eier direkt in das Nahrungssubstrat, also in Getreideprodukte wie Mehl, Grieß, Haferflocken, Nudeln, Dauerbackwaren oder Tierfutter. Die Embryonalentwicklung dauert etwa zwei Wochen. Nach dem Schlupf durchlaufen die Larven eine Entwicklungszeit von knapp zwei Monaten, bevor sie sich verpuppen. Die Puppenruhe dauert etwa drei Wochen. Die gesamte Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig und kann unter ungünstigen Bedingungen auch deutlich länger ausfallen.

Reismehlkäfer bevorzugen trockene, wärmebegünstigte Lagerumgebungen. Sie gelten als typische Sekundärschädlinge, die sich vor allem in bereits vorgeschädigten Produkten vermehren.

Sie treten nicht nur in Privathaushalten auf, sondern sind insbesondere in Mühlen, Vorratslagern, Bäckereien und der Lebensmittelindustrie von wirtschaftlicher Bedeutung. Dort verursachen sie Schäden an und in Vorräten und führen durch Verunreinigungen zur Unbrauchbarkeit von Lebensmitteln.

Wie kommen Reismehlkäfer in die Wohnung?

Reismehlkäfer gelangen meist über bereits befallene Lebensmittel oder Verpackungen in Küchen und Vorratsräume. Häufig sind offene oder beschädigte Mehltüten, loser Grieß oder vergessene Vorräte in dunklen Schränken betroffen. Auch beim Einkauf kann es zur Einschleppung über kontaminierte Produkte kommen.

Welche Schäden verursacht der Reismehlkäfer?

Der Käfer verursacht keine direkten Fraßschäden am Menschen, verunreinigt jedoch Lebensmittel durch Kot, Häutungsreste und Ausscheidungen. Diese Ausscheidungen enthalten Chinone, die für den Menschen ungefährlich, aber unangenehm riechend und geschmacksverändernd sind. Befallene Produkte sind für den Verzehr ungeeignet und müssen entsorgt werden.

Wie werde ich Reismehlkäfer los?

Um einen Reismehlkäferbefall zu beseitigen, sollten zunächst alle Vorräte gründlich kontrolliert und befallene Produkte sofort entsorgt werden.

Schränke, Regale und Aufbewahrungsorte müssen anschließend gründlich gereinigt und ausgesaugt werden. Dabei sollten auch Ritzen, Ecken und Fugen berücksichtigt werden.

Als Sofortmaßnahme hat sich das Einfrieren befallener Lebensmittel bei minus 18 Grad Celsius für mindestens drei Tage bewährt. Alternativ können hitzebeständige Vorräte für 60 Minuten bei über 60 Grad im Backofen erhitzt werden.

Besonders wirksam ist zudem die vorbeugende Lagerung von Lebensmitteln in dichten, verschließbaren Behältern sowie das regelmäßige Kontrollieren trockener Vorräte.

Was mögen Reismehlkäfer nicht?

Reismehlkäfer meiden niedrige Temperaturen, Trockenheit ohne Nahrungsquelle und Licht. Regelmäßiges Lüften und kühle Lagerung wirken ihrer Vermehrung entgegen. Sie bevorzugen dunkle, warme, gut zugängliche Lagerorte mit lockerem Material wie Mehl oder Schrot.

Dicht verschlossene Vorratsdosen, Sauberkeit im Vorratsraum sowie der Verzicht auf lose Verpackungen sind einfache, aber effektive Präventionsmaßnahmen.

Was tun bei starkem Befall?

Bei einem großflächigen oder wiederkehrenden Befall kann eine professionelle Bekämpfung erforderlich sein. Diese erfolgt durch Wärmebehandlung, Begasung oder gezielte Anwendung insektizider Präparate in Lebensmittel verarbeitenden Betrieben oder Lagerhäusern.