Was ist ein Kornkäfer und woran erkenne ich ihn?
Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) ist ein Vorratsschädling, der vor allem Getreidevorräte in Haushalten, Lagern und Mühlen befällt. Er gehört zur Familie der Rüsselkäfer und ist weltweit verbreitet, da er sich besonders gut an gelagerte Getreidevorräte anpassen konnte. Kornkäfer richten nicht nur durch das direkte Zerstören von Getreide Schäden an, sondern verursachen auch indirekt durch die Förderung von Schimmelbildung und die Verunreinigung von Lebensmitteln große Verluste.
Aussehen
- Körperlänge: 3,8 bis 5mm, Kopf mit 1,5mm langem Rüssel
- Farbe: braun bei frisch geschlüpften Käfern, ältere Exemplare schwarzbraun
- Halsschild mit ovalen Gruben
Wie werde ich Kornkäfer wieder los?
Als Vorsichtsmaßnahme gegen Vorratsschädlinge sollten Lebensmittelvorräte stets kühl und gut verschlossen gelagert werden. Schränke und Vorratsbehälter müssen regelmäßig gründlich gereinigt werden, um potenziellen Befall zu verhindern. Bei der Ursachenklärung ist auch auf mögliche Vogelnester am oder im Haus zu achten, da diese Schädlinge anziehen können; solche Nester sollten gegebenenfalls entfernt werden.
Ein weiteres wirksames Mittel ist das Lagern betroffener Lebensmittel für drei Tage bei -18 °C in der Gefriertruhe, was übersehene Schädlinge abtötet. Zur biologischen Bekämpfung eignet sich die Schlupfwespenart Lariophagus distinguendus, die gezielt Kornkäferlarven und Puppen in den Getreidekörnern bekämpft. Diese Nützlinge eliminieren auch andere Vorratsschädlinge wie den Australischen Diebkäfer, den Getreidekapuziner, die Kornmotte, den Kräuterdieb, den Maiskäfer und den Reiskäfer.
Da Kornkäfer resistent gegenüber vielen Insektiziden sind, ist eine chemische Bekämpfung meist nicht sinnvoll. Bei hartnäckigem Befall ist der Einsatz einer professionellen Schädlingsbekämpfung ratsam.
Woher kommen Kornkäfer in der Wohnung?
Hast du kleine, bräunliche Käfer in deiner Wohnung entdeckt, die sich zwischen Lebensmitteln aufhalten? Dann ist es gut möglich, dass du Kornkäfer gefunden hast, die besonders gern in Getreidevorräten leben. Kornkäfer gehören zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen und stammen vermutlich ursprünglich aus Indien und Asien. Heute sind sie jedoch nahezu weltweit verbreitet. In deine Wohnung gelangen sie meist über befallenes Getreide, da sie flugunfähig sind und daher nicht einfach durchs Fenster einfliegen können.
Oft leben sie in Getreidesilos und werden erst nach längerer Zeit bemerkt. Wenn Getreide, zum Beispiel in Form von Kaninchen- oder Vogelfutter, abgefüllt wird, können die Käfer unbemerkt in den Haushalt gelangen und sich dort ausbreiten. Eine gute Lagerung des Getreides in Silos ist entscheidend, um einen Befall zu verhindern – das Getreide sollte kühl und trocken gelagert werden, da Kornkäfer bei Temperaturen unter 10 °C nicht mehr in der Lage sind, sich zu vermehren.
Entwicklung und Lebensweise des Kornkäfers
Die Kornkäfer-Weibchen legen zwischen 180 und 300 Eier, wobei die Embryonalentwicklung der Eier nur 5 bis 7 Tage dauert. Die Larven entwickeln sich über einen Zeitraum von 35 bis 45 Tagen im Inneren der Getreidekörner, wo sie sich vom Korninhalt ernähren. Nach dieser Phase erfolgt eine Puppenruhe von etwa 15 bis 20 Tagen. Die gesamte Entwicklungszeit der Kornkäfer ist stark temperaturabhängig und variiert je nach Umgebungstemperatur. Die Weibchen des Kornkäfers befallen intakte Getreidekörner, indem sie ein Loch an der Stelle des Keimlings bohren und dort ein Ei ablegen. Besonders bevorzugte Getreidesorten sind Weizen, Gerste, Roggen und Hafer. Kompakte Getreideprodukte wie Mehl oder Haferflocken dienen zwar als Nahrung für die Käfer, eignen sich jedoch nicht zur Vermehrung, da die Larven nicht im Inneren solcher Produkte leben können.

