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Kopflaus Nahaufnahme

Kleiderlaus und Kopflaus [Pediculus humanus/Pediculus capitis]

Was ist eine Kleiderlaus und woran erkenne ich sie?

Die Kleiderlaus gehört – ebenso wie die Kopflaus – zur Familie der Menschenläuse. Beide Arten sind spezialisierte Ektoparasiten des Menschen. Während sich Kopflausbefall überwiegend auf die Kopfhaut konzentriert, leben Kleiderläuse im Gewebe der Kleidung und wandern zur Nahrungsaufnahme auf die Haut.

Ein Befall mit Kleiderläusen tritt in Mitteleuropa nur noch selten auf, ist jedoch in Situationen mit mangelnder Hygiene, Obdachlosigkeit, Krieg oder Flucht verstärkt zu beobachten. Kleiderläuse gelten als medizinisch relevant, da sie – im Gegensatz zu Kopfläusen – gefährliche Infektionskrankheiten übertragen können.

Aussehen

  • Körperlänge: 2 bis 4 Millimeter
  • Farbe: grau bis gelblich, nach Blutaufnahme rötlich
  • Körperbau: flach, länglich, sechs Beine mit Krallen zum Festhalten
  • Kopflaus: etwas kleiner, angepasst an das Leben in Haaren
  • Kleiderlaus: etwas größer, bewegt sich vorwiegend im Gewebe von Kleidung
  • Eier (Nissen): oval, etwa 1 Millimeter, kleben an Haaren oder Stofffasern

Entwicklung und Lebensweise

Ein Weibchen legt rund hundert Eier, sogenannte Nissen. Die Eiablage beginnt etwa 1,5 bis 2 Tage nach der Begattung. Bei Kopfläusen werden die Eier an Haaren festgeklebt, bei Kleiderläusen an den Fasern der Kleidung, insbesondere an Nähten.

Die Embryonalentwicklung dauert 8,5 bis 9 Tage. Nach dem Schlüpfen durchlaufen die Larven drei Entwicklungsstadien, jeweils innerhalb von etwa drei Tagen. Der gesamte Zyklus vom Ei bis zur geschlechtsreifen Laus ist unter günstigen Bedingungen innerhalb von 19,5 bis 20 Tagen abgeschlossen.

Beide Arten sind stationäre, blutsaugende Ektoparasiten des Menschen. Sie benötigen regelmäßige Blutmahlzeiten und verlassen den menschlichen Wirt nur kurzfristig. Ohne Kontakt zum Menschen sind sie nur wenige Tage lebensfähig.

Woher kommt die Kleiderlaus?

Kleiderläuse verbreiten sich vor allem dort, wo es an Körperpflege, Kleidungshygiene und Waschmöglichkeiten mangelt – etwa in Notunterkünften, bei Obdachlosigkeit oder in Krisengebieten. Die Übertragung erfolgt durch engen Körperkontakt oder gemeinsam genutzte Kleidung, Bettwäsche und Handtücher.

Sind Kleiderläuse meldepflichtig?

Ein Einzelfall ist nicht meldepflichtig. Tritt ein Befall jedoch gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen auf – etwa in Schulen, Heimen oder Flüchtlingsunterkünften – kann eine Mitteilung an das zuständige Gesundheitsamt erforderlich sein. Hintergrund ist das Risiko der Krankheitsübertragung, das speziell von Kleiderläusen ausgeht.

Welche Krankheiten übertragen Kleiderläuse?

Im Gegensatz zur Kopflaus, die lediglich Hautirritationen auslöst, kann die Kleiderlaus unter bestimmten Bedingungen Krankheitserreger übertragen. Dazu gehören etwa die Erreger des Fleckfiebers oder des Läuserückfalltyphus. Voraussetzung ist, dass die Läuse zuvor selbst mit den Erregern infiziert wurden. Diese Gefahr besteht insbesondere in hygienisch problematischen Lebenssituationen.

Wie erkennt man einen Befall?

Ein Befall macht sich meist durch Juckreiz, Hautrötungen und kleine Einstichstellen bemerkbar. Bei Kleiderläusen treten die Symptome vor allem an Stellen auf, an denen die Kleidung eng am Körper anliegt – wie Taille, Rücken oder Achseln.

Die Tiere und ihre Eier sind mit bloßem Auge erkennbar. Während die Kleiderlaus in den Falten der Kleidung lebt, hält sich die Kopflaus ausschließlich in den Haaren auf. Die häufigste von Kopfläusen betroffene Personengruppe sind Kinder im Alter zwischen 4 und 11 Jahren.

Wie kann man Kleiderläuse wirksam bekämpfen?

Die Bekämpfung der Kleiderlaus erfordert vor allem die Behandlung der Kleidung und nicht nur des Körpers:

  • Kleidung und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad waschen
  • Alternativ Textilien mehrere Tage einfrieren oder luftdicht lagern
  • Nicht waschbare Gegenstände isolieren
  • Körperpflege ergänzen, etwa durch Duschen oder medizinische Shampoos
  • Parallel alle Kontaktpersonen mitbehandeln

Eine einmalige Maßnahme reicht nicht aus – Textilien sollten mindestens zwei Wochen lang regelmäßig behandelt werden, um alle Entwicklungsstadien der Läuse zu beseitigen.