Was ist die Bettwanze (Cimex lectularius) und woran erkennt man sie?
Die Bettwanze (Cimex lectularius) ist ein flügelloser, nachtaktiver Blutsauger, der sich vom Blut von Menschen und gelegentlich von Haustieren ernährt. Die Art gehört zur Familie der Plattwanzen (Cimicidae) und ist weltweit verbreitet.
Bettwanzen sind nur wenige Millimeter groß, verstecken sich tagsüber in Ritzen, Matratzen, hinter Tapeten oder Möbeln und werden nachts aktiv. Sie sind sehr anpassungsfähig und können monatelang ohne Nahrung überleben – was ihre Bekämpfung schwierig macht.
Aussehen
- Größe: 4–6 mm (unbefruchtet), bis 8 mm nach einer Blutmahlzeit
- Farbe: hellbraun bis rotbraun, nach dem Blutsaugen dunkler
- Körper: flach, oval, ungeflügelt
- Bewegung: kriechend, keine Sprung- oder Flugfähigkeit
- Geruch: bei starkem Befall süßlich-muffiger Geruch
Die Larven (Nymphen) ähneln den erwachsenen Tieren, sind jedoch kleiner und heller gefärbt.
Lebensweise und Vorkommen der cimex lectularius
Bettwanzen sind lichtscheu und nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich in kleinen Spalten und Ritzen, um nachts auf Nahrungssuche zu gehen. Sie halten sich bevorzugt in der Nähe ihrer Wirte auf – also in Schlafzimmern, Hotels, Schlafsälen oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
Ein Befall kann durch den Transport in Gepäck, Kleidung, gebrauchten Möbeln oder sogar Elektronikgeräten entstehen. Besonders in Großstädten nehmen Bettwanzenbefälle seit Jahren wieder zu.
Ernährung und Bissverhalten
Bettwanzen ernähren sich ausschließlich von Blut. Sie stechen bevorzugt nachts zu, wenn Menschen ruhig schlafen. Dabei ritzen sie mit ihren Mundwerkzeugen die Haut an und saugen Blut – der Stich selbst bleibt meist unbemerkt, da ihr Speichel betäubende Substanzen enthält.
Typische Anzeichen von Bettwanzenstichen:
- Kleine, rote Quaddeln oder juckende Hautstellen
- Oft mehrere Stiche in einer Reihe („Wanzenstraße“)
- Starker Juckreiz, manchmal mit Schwellungen
- Reaktionen treten meist erst nach einigen Stunden auf
Auch wenn Bettwanzen als lästig, aber nicht gefährlich gelten, können ihre Stiche bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen. Sekundärinfektionen entstehen, wenn die juckenden Stellen aufgekratzt werden.
Wie erkennt man einen Befall mit Bettwanzen?
Ein Bettwanzenbefall zeigt sich häufig erst spät. Die Tiere sind scheu und halten sich tagsüber verborgen. Hinweise auf einen Befall sind:
- Kleine Blutspuren oder dunkle Kotflecken auf Bettwäsche und Matratzen
- Häutungsreste oder tote Tiere in Bettritzen
- Süßlich-muffiger Geruch im Raum
- Nächtliche Hautreizungen oder Bisse
Zur sicheren Identifizierung empfiehlt sich die Untersuchung durch einen Schädlingsbekämpfer oder die Verwendung spezieller Bettwanzenfallen.
Vorbeugung gegen Bettwanzen
Um einem Befall vorzubeugen, helfen einfache Verhaltensmaßnahmen – insbesondere nach Reisen oder dem Kauf gebrauchter Gegenstände:
- Gepäck nach Hotelaufenthalten gründlich kontrollieren
- Kleidung direkt waschen oder heiß trocknen
- Gebrauchte Möbel und Matratzen vor Nutzung prüfen
- Bettgestelle und Fußleisten regelmäßig absaugen
- Reisetaschen nicht in der Nähe des Betts abstellen

