Zweifarbig behaarter Speckkäfer Nahaufnahme

Zweifarbig behaarter Speckkäfer [Dermestes haemorrhoidales]

Was ist ein zweifarbig behaarter Speckkäfer und woran erkenne ich ihn?

Der zweifarbig behaarte Speckkäfer (Dermestes haemorrhoidales) gehört zur Familie der Speckkäfer (Dermestidae). Diese Käferart ist in Mitteleuropa weit verbreitet und vor allem in Deutschland eine der häufigsten Speckkäferarten. Der Speckkäfer wird oft in Häusern und Wohnungen gefunden, da er sich von organischen Stoffen tierischer Herkunft wie Tierhaaren, Wolle, Leder oder Federn ernähren kann. Der Speckkäfer bevorzugt mumifiziertes Aas, Tierhäute, Fleischreste, aber auch fett- und eiweißreiches pflanzliches Material.

Aussehen

  • Körperlänge: 4 bis 6 Millimeter
  • Farbe: schwarz-braun, Haare schwarz anliegend, mit einigen goldgelben, aufrecht gerichteten Haaren
  • Körperbau: länglich gestreckt, etwa 1cm lang
  • Aussehen der Larven: dunkelbraun, spärliche Behaarung, zwei kleine, aufrechte Dornen am hinteren Ende

Warum habe ich Speckkäfer in der Wohnung?

Speckkäfer gelangen oft unbemerkt in Wohnungen, da sie als Materialschädlinge an Textilien und tierischen Überresten interessiert sind. Sie ernähren sich von Wolle, Pelzen oder anderen Naturmaterialien, die in Polstermöbeln, Teppichen oder Kleidungsstücken vorkommen. Häufig kommen die Käfer durch importierte Produkte oder alte, unbenutzte Gegenstände in den Haushalt. Auch Vogelnester in der Nähe von Häusern stellen eine Quelle dar, von der aus die Käfer oder ihre Larven in Innenräume eindringen können. Tote Tiere wie Mäuse oder Vögel, die sich in Hohlräumen verstecken, locken die Käfer ebenfalls an. Einmal in der Wohnung, nisten sie sich in dunklen und warmen Bereichen wie hinter Fußleisten, in Schubladen oder Lattenrosten ein. Die Larven sind besonders zerstörerisch und können nur durch spezielle Reinigungsmaßnahmen effektiv entfernt werden.

Was kann man gegen Speckkäfer tun?

Um Speckkäfer effektiv zu bekämpfen, sind mehrere Maßnahmen notwendig, beginnend mit einer gründlichen Reinigung der betroffenen Bereiche. Alle Orte, an denen sich die Käfer und ihre Larven verstecken könnten – hinter Fußleisten, unter Teppichen oder in Polstermöbeln – sollten gründlich gesaugt und gereinigt werden. Auch tote Tiere und Stoffreste müssen entfernt werden. Kleidungsstücke, insbesondere aus Wolle, sollten kontrolliert, ausgeschüttelt und chemisch gereinigt werden, da eine normale Wäsche oft nicht ausreicht, um die Larven abzutöten.

Neben der Reinigung bietet sich der Einsatz von Niemöl zur Bekämpfung der Käfer an. Hierfür wird eine Niemöl-Mischung verwendet, die aus Niemölkonzentrat und lauwarmem Wasser im Verhältnis 1:7 hergestellt wird. Alternativ ist eine fertige Mischung in praktischen Sprühflaschen erhältlich. Die befallenen Objekte sollten mit dieser Mischung besprüht werden, wobei besonders darauf zu achten ist, dass auch der Grund langer Fasern erreicht wird. Nach dem Trocknen hält der Schutz der Niemölmischung bis zu sechs Monate vor. Das Konzentrat selbst ist zwei Jahre haltbar, jedoch sollte die fertige Mischung innerhalb von zwei Wochen verbraucht und im Kühlschrank gelagert werden. Fleckenbildung auf Textilien ist bislang nicht bekannt, aber es empfiehlt sich dennoch, die Niemöl-Mischung zuerst an einer unauffälligen Stelle zu testen.

Neben der chemischen Bekämpfung können auch Nützlinge wie der Lagerpirat eingesetzt werden. Diese kleinen Helfer fressen die Eier, Larven und Puppen der Speckkäfer und unterbrechen damit deren Lebenszyklus. Lagerpiraten sind für Menschen und Haustiere völlig unbedenklich und können bedenkenlos in Innenräumen eingesetzt werden. Regelmäßige Reinigung, der Einsatz von Niemöl und Nützlingen sorgen zusammen für eine effektive Bekämpfung der Speckkäfer.

Entwicklung des Speckkäfers

Die Entwicklung des Speckkäfers verläuft in mehreren Phasen und ist stark temperaturabhängig. Ein Weibchen legt bis zu 200 Eier, in kleinen Häufchen von 6 bis 8 Stück, direkt auf das Nährsubstrat. Bei Zimmertemperatur dauert die Embryonalentwicklung etwa 7 Tage, bevor die Larven schlüpfen. Die anschließende Larvenentwicklung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen, abhängig von den äußeren Bedingungen. Zur Verpuppung ziehen sich die Larven in selbst gebohrte Höhlungen zurück, wo sie sich verpuppen. Die Puppenruhe dauert mindestens zwei Wochen, kann sich jedoch unter ungünstigen Bedingungen auf mehrere Monate ausdehnen. Die Hauptschlupfzeit der erwachsenen Käfer fällt in die Monate Mai und Juni.