Haustaube Nahaufnahme

Verwilderte Haustaube [Columba livia domestica]

Was ist eine Haustaube und woran erkennt man sie?

Die Haustaube (Columba livia domestica) ist die domestizierte Form der Felsentaube (Columba livia). Ursprünglich wurde sie vom Menschen gezüchtet – als Brieftaube, Fleischlieferant oder Ziertaube – und hat sich im Laufe der Zeit in Städten auf der ganzen Welt angesiedelt. Heute leben viele Haustauben verwildert in urbanen Gebieten, wo sie Dächer, Brücken und Gebäude als Nistplätze nutzen.

Sie gelten als Kulturfolger, also als Tiere, die eng mit dem Menschen leben, weil sie von seinem Lebensraum und Abfallangebot profitieren. In Städten bilden sie große Schwärme, die sich besonders an Orten mit leicht zugänglicher Nahrung aufhalten.

Aussehen

  • Größe: 30–35 cm
  • Flügelspannweite: 60–70 cm
  • Gewicht: 250–400 g
  • Gefieder: meist grau mit zwei dunklen Flügelbinden, aber viele Farbvarianten möglich
  • Augen: orange bis rötlich
  • Schnabel: grau bis schwarz mit heller Wachshaut
  • Beine: rötlich

Da verwilderte Haustauben aus unterschiedlichen Zuchtlinien stammen, variiert ihr Aussehen stark – von fast weißen über gescheckte bis hin zu dunklen Tieren.

Lebensweise und Lebensraum der Haustaube

Haustauben sind tagaktiv und leben in Kolonien. In Städten finden sie zahlreiche Nistmöglichkeiten an Gebäuden und Brücken, die den natürlichen Felswänden ihrer Vorfahren ähneln. Sie bauen einfache Nester aus Zweigen, Stroh oder Abfällen und nutzen diese oft über viele Jahre hinweg.

Verwilderte Haustauben kommen weltweit vor, besonders in Großstädten. Sie sind standorttreu und bleiben meist in einem Umkreis von wenigen Kilometern um ihren Nistplatz.

Die Lebenserwartung einer Haustaube hängt stark von den Lebensbedingungen ab:

  • In der Stadt und in freier Wildbahn werden Haustauben meist 3 bis 5 Jahre alt.
  • In menschlicher Obhut – etwa in Zucht oder Taubenschlägen – können sie bis zu 15 Jahre erreichen.

In Städten verkürzt sich ihre Lebenszeit häufig durch Krankheiten, Parasiten, ungesunde Ernährung oder Verletzungen im Straßenverkehr.

Was frisst eine Haustaube?

Haustauben sind überwiegend Pflanzenfresser, ihre Ernährung besteht hauptsächlich aus Körnern, Samen und Getreide. In Städten fressen sie jedoch auch menschliche Nahrungsreste – Brot, Pommes oder Reis gehören leider häufig zu ihrem Speiseplan.

Diese unnatürliche Ernährung kann zu Mangelerscheinungen führen, da sie nicht genügend Nährstoffe liefert. Eine gesunde Haustaube frisst vor allem:

  • Körner (Weizen, Hirse, Mais)
  • Samen und Hülsenfrüchte
  • Beeren und Früchte

Haustauben, Ringeltauben und andere Arten – wie unterscheiden sie sich?

Haustauben werden oft mit der Ringeltaube (Columba palumbus) verwechselt. Beide Arten gehören zur Familie der Taubenvögel, unterscheiden sich jedoch deutlich in Aussehen, Verhalten und Lebensweise.

MerkmalHaustaube (Columba livia domestica)Ringeltaube (Columba palumbus)
LebensraumStädte, Gebäude, BrückenWälder, Parks, Felder
Größeca. 33 cmca. 42 cm
Gefiedervariabel, meist grau mit Flügelbindengraublau mit weißem Halsring
Rufrhythmisches Gurrenlanggezogenes, klagendes „ruu-guu-ruu“
NahrungKörner, Samen, AbfälleBeeren, Getreide, Pflanzenteile

Während Haustauben also als Stadtbewohner gelten, bevorzugt die Ringeltaube ruhigere, grünere Lebensräume.