Was ist der Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) und woran erkennt man ihn?
Der Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling und naher Verwandter des Brotkäfers (Stegobium paniceum). Er befällt vor allem Tabakprodukte wie Zigaretten, Zigarren und Kautabak, kommt aber auch in Lebensmitteln wie Mehl, Gewürzen, Reis, Trockenfrüchten oder Tierfutter vor.
Adulte Käfer werden etwa 2 bis 3 Millimeter lang, haben eine rotbraune Färbung und sind mit feinen Härchen bedeckt. Typisch ist die gewölbte Körperform, die dem Brotkäfer sehr ähnlich ist.
Aussehen
- Größe: 2–3 mm
- Farbe: rotbraun, mit feinen Härchen bedeckt
- Körper: gedrungen, stark gewölbt
- Flügel: gut entwickelt, Käfer kann fliegen
- Larven: weißlich, bis 5 mm lang, leicht gekrümmt, mit brauner Kopfkapsel
Lebensräume, Verwechslung und Risiken durch den Tabakkäfer
Tabakkäfer halten sich bevorzugt an warmen, dunklen und trockenen Orten auf. In tropischen Regionen entwickeln sie sich besonders schnell, doch auch in Wohnungen, Vorratsräumen und Lagern finden sie ideale Bedingungen. Befallen werden vor allem Tabakwaren wie Zigaretten, Zigarren oder Kautabak. Darüber hinaus nutzen die Schädlinge aber auch andere Vorräte wie Mehl, Reis, Nudeln, Gewürze, Tierfutter oder Trockenobst. In der Wohnung tauchen sie meist in Küchenschränken, Vorratsbehältern oder direkt in Tabakprodukten auf. Da die Käfer flugfähig sind, können sie sich leicht in verschiedene Räume ausbreiten.
Oft werden Tabakkäfer mit dem Brotkäfer (Stegobium paniceum) verwechselt, da beide ähnlich klein, rotbraun und gewölbt erscheinen. Der wichtigste Unterschied: Der Tabakkäfer verfügt über gezähnte Fühler (daher der Artname serricorne), während die Fühler des Brotkäfers glatt sind. Zudem ist der Tabakkäfer in der Regel etwas kleiner und spezialisiert auf Tabakwaren, während der Brotkäfer bevorzugt Backwaren, Nudeln und Kräuter befällt.
Für den Menschen sind Tabakkäfer nicht gefährlich: Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Das eigentliche Problem ist die Verunreinigung von Lebensmitteln und Tabakwaren durch Fraßschäden, Kot und Larvenhäutungen. Befallene Produkte sind ungenießbar und müssen entsorgt werden – was in Privathaushalten ärgerlich ist, in der Tabak- und Lebensmittelindustrie aber auch große wirtschaftliche Schäden verursachen kann.
Was hilft gegen Tabakkäfer?
Ein Befall mit Tabakkäfern sollte schnell und konsequent bekämpft werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Effektive Maßnahmen gegen Tabakkäfer:
- Befallene Lebensmittel und Tabakwaren entsorgen
- Vorratsschränke gründlich reinigen und aussaugen (auch Ritzen und Fugen)
- Behälter mit Essigwasser oder heißem Wasser auswaschen
- Lebensmittel in luftdicht verschlossenen Glas- oder Kunststoffdosen aufbewahren
- Kühl lagern: Temperaturen unter 15 °C verlangsamen die Entwicklung stark
- Bei starkem Befall: Pheromonfallen nutzen, um Befallsherde zu lokalisieren
Ein bewährtes Mittel ist auch das Einfrieren befallener Produkte (mindestens 48 Stunden bei –18 °C) oder das Erhitzen im Ofen (bei 60 °C für 1 Stunde), da dadurch alle Entwicklungsstadien abgetötet werden.
Wie kann man Tabakkäfer vorbeugen?
Vorbeugung ist der beste Schutz vor Tabakkäfern. Mit den folgenden Maßnahmen lässt sich das Risiko eines Befalls deutlich verringern:
- Vorräte regelmäßig kontrollieren
- Lebensmittel nicht zu lange lagern
- Tabakwaren kühl und trocken aufbewahren
- Neu gekaufte Produkte auf Befall prüfen
- Vorratsräume sauber und trocken halten

