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Schmetterlingsmücke Nahaufnahme

Schmetterlingsmücke [Pericoma und Psychoda]

Was ist eine Schmetterlingsmücke und woran erkenne ich sie?

Schmetterlingsmücken, auch als Abortfliegen, Feuchtfliegen oder Gullymücken bekannt, gehören zur Familie der Psychodidae. Die kleinen Insekten sind in feuchten, organisch belasteten Bereichen zu finden, etwa in Abflüssen, Siphons oder Abwasserleitungen. Trotz ihres Namens sind sie keine typischen Mücken und besitzen nur eine sehr geringe Flugfähigkeit. Aufgrund ihres pelzigen Körpers und der breiten Flügel erinnern sie im Aussehen eher an kleine Motten als an klassische Stechmücken.

Aussehen

  • Körpergröße: 1,5 bis 5 Millimeter
  • Flügelform: breit, herzförmig, dachartig über dem Körper gehalten
  • Farbe: grau bis braunschwarz
  • Behaarung: dichter Haarbesatz auf Körper und Flügeln, flaumiges Aussehen
  • Bewegung: langsam, fliegt ruckartig, oft eher hüpfend oder flatternd
  • Larven: beinlos, weißlich bis grau, bis 10 Millimeter lang, mit dunklem Kopf und segmentiertem Körper

Vorkommen und Lebensweise

Schmetterlingsmücken sind weltweit verbreitet und besonders in feuchtwarmen Innenräumen anzutreffen. Sie siedeln sich bevorzugt dort an, wo sich organische Rückstände in feuchtem Milieu ansammeln. Dazu zählen Siphons, Bodenabläufe, Gullys, Duschabflüsse, überlaufgeschädigte Spülkästen, feuchte Wände, Kompost, aber auch Abwasserleitungen in Kellern oder hinter Wandverkleidungen.

Entwicklungssubstrate finden sich insbesondere in und an Abwässern, in Dunghaufen, Fettabscheidern, Dungdeponien und Kläranlagen. In Gebäuden entstehen Populationen vor allem nach Defekten oder Havarien des Abwassersystems – beispielsweise bei undichten Leitungen oder Rückstau. Dort entwickeln sich die Larven direkt in der Umgebung der Schadstellen oder in nicht mehr genutzten Rohrabschnitten.

Die Tiere werden von typischen Abwassergerüchen angezogen und halten sich meist in der Nähe der Brutstätten auf. Die Larven ernähren sich von Bakterien und faulendem organischem Material. Erwachsene Tiere leben nur wenige Tage, sind dämmerungsaktiv und haben nur eine geringe Flugfähigkeit.

Wie kommen Schmetterlingsmücken in die Wohnung?

Die Tiere entstehen nicht durch Zuwanderung von außen, sondern entwickeln sich in der Regel direkt in den Abfluss- oder Abwasserbereichen der betroffenen Wohnung. Verstopfte, selten genutzte oder schlecht gespülte Leitungen bieten ideale Bedingungen für die Eiablage und Larvenentwicklung. Über Bodenabläufe, Lüftungsschächte oder defekte Rohrverbindungen können sich die Mücken von einem Bereich zum anderen ausbreiten.

Können Schmetterlingsmücken stechen?

Schmetterlingsmücken besitzen keinen Stechrüssel und sind völlig harmlos für Menschen. Sie stechen oder beißen nicht und gelten auch nicht als Blutsauger. Die Bezeichnung „Mücke“ ist hier irreführend und bezieht sich lediglich auf die Körperform.

Welche Krankheiten übertragen Schmetterlingsmücken?

Schmetterlingsmücken sind nicht in der Lage zu stechen. Obwohl es gelegentlich Beobachtungen gibt, dass sie Menschen auf der Haut aufsuchen, handelt es sich nicht um echte Blutsaugaktivitäten. Ein Blutsaugen im eigentlichen Sinne findet nicht statt.

In Bezug auf Krankheitsübertragungen besteht ein nur geringes Risiko. Die Tiere selbst sind keine klassischen Krankheitsüberträger. Sie können jedoch in bestimmten Fällen Keime durch mechanische Verschleppung übertragen, etwa wenn sie von kontaminierten Bereichen wie Abwasserleitungen oder Müllflächen zu sensiblen Oberflächen wechseln. Solche Übertragungen sind laut aktueller Einschätzung selten und stellen primär in medizinisch sensiblen Bereichen ein hygienisches Risiko dar.

Wie bekomme ich Schmetterlingsmücken weg?

Die wichtigste Maßnahme ist die gründliche Reinigung und regelmäßige Spülung aller Abflussbereiche. Organische Ablagerungen in Siphons und Rohren sollten entfernt werden, etwa durch den Einsatz von Rohrreinigern, Heißwasser oder mechanischen Reinigungsbürsten. Auch das gelegentliche Nachspülen mit Essigwasser oder die Nutzung von Enzymreinigern kann helfen, Nährböden dauerhaft zu beseitigen.

Darüber hinaus empfiehlt sich die Abdichtung von offenliegenden Abflüssen, die Kontrolle von feuchten Wandbereichen und die Instandhaltung von Abwasserleitungen. Bei starkem oder wiederkehrendem Befall kann eine gezielte Bekämpfung durch Schädlingsbekämpfer notwendig sein.

Entwicklung

Ein Weibchen legt bis zu 100 Eier in feuchte, nährstoffreiche Ablagerungen ab. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und benötigen etwa zehn bis 20 Tage zur vollständigen Entwicklung, abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit. Die Verpuppung erfolgt ebenfalls in den Ablagerungen. Die Lebensdauer der erwachsenen Tiere beträgt nur wenige Tage, doch die kontinuierliche Eiablage kann zu dauerhaften Populationen führen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.