Bertram

Pharaoameise [Monomorium pharaonis]

Was ist eine Pharaoameise und woran erkenne ich sie?

Die Pharaoameise ist eine tropische Ameisenart, die weltweit als Hygieneschädling gilt. In Mitteleuropa ist sie ausschließlich in beheizten Gebäuden überlebensfähig, weshalb sie vor allem in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Großküchen, Hotels und Wohnhäusern ein Problem darstellen kann. Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise und der Fähigkeit, sich über feinste Spalten und Leitungssysteme auszubreiten, gilt sie als besonders hartnäckiger und schwer zu kontrollierender Schädling.

Aussehen

  • Körpergröße: Arbeiterinnen: 1,2 bis 2 mm, Königinnen: 3,5 bis 4,5 mm, Männchen: ca. 3 mm
  • Farbe: Arbeiterinnen: hell bernsteinfarben, Hinterleibsende rotbraun, Geschlechtstiere: deutlich dunkler
  • Körperbau: sehr schlank, mit typischem, segmentiertem Ameisenkörper
  • Besonderheit: Art der Knotenameisen, mit zwei deutlich sichtbaren Knoten zwischen Brust und Hinterleib

Wie kommen Pharaoameisen in die Wohnung?

Pharaoameisen gelangen über viele Wege in Gebäude. Häufig werden sie unbemerkt durch Verpackungsmaterial, Lebensmittelkartons, Gerätschaften oder sogar Kleidung eingeschleppt. Auch über Leitungsschächte, Risse im Mauerwerk oder Versorgungsschächte können sie sich innerhalb eines Gebäudes oder in angrenzende Wohnungen ausbreiten.

Einmal etabliert, bilden sie versteckt liegende Nester in Hohlräumen, Fugen, unter Fußleisten oder hinter Wandverkleidungen. Dabei bauen sie kein Nest im klassischen Sinn, sondern besiedeln vorhandene Hohlräume. Besonders wohl fühlen sie sich in Bereichen mit ausreichender Feuchtigkeit und Temperaturen um 25 Grad Celsius.

Welche Krankheiten können Pharaoameisen übertragen?

Pharaoameisen gelten als ernstzunehmende Hygieneschädlinge. Sie können krankheitserregende Keime wie Salmonellen, Staphylokokken oder Streptokokken mechanisch auf Lebensmittel, medizinisches Gerät oder offene Wunden übertragen. Besonders in Krankenhäusern besteht die Gefahr, dass sie Bakterien von infizierten auf geschwächte Patienten übertragen.

Sie nehmen kontaminierte Nahrung aus Abfällen oder Abwässern auf und können Krankheitserreger auf intakte Speisen übertragen. Damit stellen sie vor allem in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen ein erhebliches Risiko dar – insbesondere in Operationssälen, Intensivstationen und Infektionsbereichen.

Sind Pharaoameisen meldepflichtig?

Pharaoameisen sind in Deutschland nicht gesetzlich meldepflichtig im engeren Sinne, gelten aber laut verschiedenen Landesregelungen und Gesundheitsämtern als meldewürdige Schädlinge, insbesondere in sensiblen Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeheimen oder Großküchen. Bei einem Befall in solchen Bereichen sollte das zuständige Gesundheitsamt informiert werden, um geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung und Kontrolle einzuleiten.

Entwicklung und Lebensweise

Pharaoameisen leben in großen, oft ungestörten Kolonien mit mehreren hunderttausend Individuen. Es gibt nicht nur eine, sondern viele Königinnen innerhalb einer Kolonie, was zu einer sehr hohen Anzahl an Eiern und damit zu einem schnellen Populationswachstum führt.

Die Königinnen legen täglich bis zu hundert Eier. Die Entwicklung vom Ei bis zur geschlechtsreifen Ameise dauert bei optimalen Bedingungen etwa sechs Wochen.

Die Nester sind meist dezentral organisiert, wodurch die Bekämpfung erschwert wird. Wird ein Nest gestört, kann es zur Ausbildung sogenannter Sekundärnester kommen. Diese Fähigkeit zur Nestteilung sorgt dafür, dass sich ein Befall schnell über ganze Gebäude ausbreiten kann.

Pharaoameisen benötigen für ihre Entwicklung Wärme und Feuchtigkeit. Ihre Ernährung ist vielseitig: Sie nehmen sowohl pflanzliche Stoffe als auch Abfälle, Eiweiß, Zucker und Fette auf – auch aus Abwässern oder unsauberen Bereichen. Arbeiterinnen legen auf Nahrungssuche weite Wege zurück, oft entlang von Rohrleitungen, Fugen oder Kabelkanälen.

Was hilft gegen Pharaoameisen?

Eine gezielte Bekämpfung ist meist nur durch professionelle Schädlingsbekämpfer möglich. Klassische Hausmittel oder Einzelmaßnahmen sind bei Pharaoameisen in der Regel wirkungslos, da das eigentliche Nest verborgen bleibt.

Moderne Bekämpfungsmethoden arbeiten mit speziellen Ködergelen, die von den Arbeiterinnen ins Nest getragen werden und dort Königinnen und Brut abtöten. Eine vollständige Gebäudekontrolle, Monitoring und Nachbehandlungen sind essenziell, um den Befall vollständig zu beseitigen.