Was ist eine Pelzmotte und woran erkenne ich sie?
Die Pelzmotte (Tinea pellionella) ist ein materialschädigender Kleinschmetterling, der bevorzugt tierische Materialien wie Wolle, Pelze, Federn und Leder befällt. Im Gegensatz zu Vorratsmotten richtet sie keinen Schaden an Lebensmitteln an. Für Haushalte ist sie besonders durch die Larven gefürchtet, da diese sich von keratinhaltigen Substanzen ernähren und Textilien nachhaltig beschädigen können.
Aussehen
- Körperlänge (Falter): 6 bis 9 mm
- Flügelspannweite: Weibchen 11 bis 17 mm, Männchen 9 bis 13 mm
- Farbe: Vorderflügel braun-grau mit dunklen Flecken, Hinterflügel hellgrau, Larven: Weißlich mit brauner Kopfkapsel, ca. 10 mm lang
- Körperbau: Schlank, langgestreckt
- Besonderheit: Larven leben in einem tragbaren Kokon aus Textilfasern, der wie ein kleiner Teppichflusen aussieht
Warum habe ich Pelzmotten?
Pelzmotten gelangen häufig über gebrauchte Kleidung, Möbel oder Tierfelle in den Haushalt. Befallen werden vor allem textile Materialien tierischen Ursprungs, wie:
- Wolle, Kaschmir, Seide
- Pelze, Felle
- Teppiche, Polstermöbel
- Tierhaare in Ecken, auf Decken oder in Kleiderschränken
Dunkle, ruhige Orte mit wenig Luftbewegung sind besonders anfällig. Auch lang ungenutzte Textilien bieten ideale Bedingungen für die Eiablage und Entwicklung der Larven.
Welche Besonderheit hat der Kokon der Pelzmotte?
Die Larve der Pelzmotte spinnt sich einen tragbaren Köcher- oder Röhrenkokon, der aus befallenen Textilfasern besteht. Dieser Kokon schützt die Larve und wird beim Kriechen mitgezogen. Durch seine Zusammensetzung ist er oft kaum von Staub oder Textilflusen zu unterscheiden, was das Auffinden der Larven erschwert.
Wie viele Eier legen Pelzmotten?
Ein Weibchen legt 100 bis 250 Eier, meist einzeln oder in kleinen Gruppen direkt an geeigneten Materialien. Bevorzugt werden dunkle und ungestörte Stellen wie Teppichränder, Kleiderschränke oder hinter Fußleisten.
Nach dem Schlüpfen fressen die Larven mehrere Wochen bis Monate, bevor sie sich verpuppen. Die Entwicklungsdauer hängt stark von Temperatur und Nahrungsangebot ab.
Was macht man gegen Pelzmotten?
- Befallene Textilien waschen oder erhitzen: Heißwäsche (über 50 °C) oder Einfrieren (mind. 48 Stunden bei -18 °C)
- Gründlich reinigen: Schränke, Teppiche und Ritzen saugen und auswischen
- Textilien regelmäßig lüften und bewegen: Motten meiden Licht und Bewegung
- Pheromonfallen einsetzen: Zur Überwachung und Bekämpfung der adulten Falter
- Lagerung in verschlossenen Behältern: Besonders bei saisonaler Kleidung
- Professionelle Schädlingsbekämpfung: Bei starkem oder wiederholtem Befall sinnvoll
Entwicklung und Lebensweise
Die Pelzmotte durchläuft eine vollständige Metamorphose: Ei → Larve → Puppe → Falter.
- Eier werden an Textilien abgelegt
- Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und beginnen sofort mit dem Fraß
- Larvenstadium: mehrere Wochen bis Monate (je nach Temperatur)
- Verpuppung im Kokon: Nach Abschluss der Fraßphase
- Falter leben nur wenige Tage, nehmen keine Nahrung mehr auf und dienen ausschließlich der Fortpflanzung
Pro Jahr können je nach Raumklima mehrere Generationen auftreten – insbesondere in beheizten Wohnungen.

