Was ist die Mauerseglerlausfliege (Crataerina pallida) und woran erkennt man sie?
Die Mauerseglerlausfliege (Crataerina pallida) ist eine flügellose, parasitische Fliege aus der Familie der Lausfliegen (Hippoboscidae). Sie lebt ausschließlich auf ihrem Wirt, dem Mauersegler (Apus apus), und ernährt sich von dessen Blut. Im Gegensatz zu vielen anderen Fliegenarten kann die Mauerseglerlausfliege nicht frei fliegen – sie hat sich vollständig an das Leben als Ektoparasit angepasst.
Erwachsene Tiere sind etwa 5 bis 7 Millimeter groß, haben einen flachen, stark chitinhaltigen Körper und sechs kräftige Beine, mit denen sie sich fest im Gefieder des Mauerseglers festhalten. Sie bewegen sich schnell und krabbelnd, was sie auf den ersten Blick eher an eine Spinne als an eine Fliege erinnert.
Aussehen
- Größe: 5–7 mm
- Farbe: braun bis dunkelbraun
- Körper: flach, kräftig gebaut, flügellos
- Beine: stark, mit Haken zum Festhalten im Gefieder
- Bewegung: krabbelnd, sehr flink
- Lebensweise: obligater Parasit des Mauerseglers
Lebensweise und Entwicklung der Mauerseglerlausfliege
Die Mauerseglerlausfliege verbringt ihr gesamtes Leben auf oder in unmittelbarer Nähe ihres Wirts. Sie saugt regelmäßig kleine Mengen Blut und schadet dem Tier in der Regel nicht schwerwiegend. Ihre Fortpflanzung ist außergewöhnlich: Die Weibchen legen keine Eier, sondern gebären fertig entwickelte Puppen, die sich im Nest des Mauerseglers verpuppen.
Die neuen Lausfliegen schlüpfen meist kurz vor dem Eintreffen der Mauersegler im Frühjahr, sodass sie sofort einen neuen Wirt befallen können. Nach dem Ausfliegen der Vögel bleiben einige Tiere in den verlassenen Nestern zurück – daher können sie gelegentlich auch in Dachböden oder Nistkästen entdeckt werden.
Ist die Mauerseglerlausfliege gefährlich für Menschen?
Nein, die Mauerseglerlausfliege ist für Menschen nicht gefährlich. Sie sticht oder beißt keine Menschen und kann sich auch nicht dauerhaft auf ihnen halten. In seltenen Fällen kann sie kurzzeitig auf die Haut gelangen, etwa wenn ein Mauersegler mit Parasiten gepflegt oder ein Nistkasten gereinigt wird.
Zwar kann das plötzliche Krabbeln der Lausfliege erschrecken, doch sie stellt kein gesundheitliches Risiko dar. Nach kurzer Zeit fällt sie ab oder wird abgestreift, da sie auf den Menschen als Wirt nicht spezialisiert ist.
Beziehung zwischen Lausfliege und Mauersegler
Die Mauerseglerlausfliege ist ein spezialisierter Ektoparasit, der eng mit seinem Wirt zusammenlebt. Die Beziehung gilt als weitgehend tolerabel – der Parasit schadet dem Mauersegler in der Regel kaum, solange die Population gering bleibt.
Während der Brutzeit kann eine größere Zahl Lausfliegen im Nest lästig sein, sie verursacht jedoch selten ernsthafte gesundheitliche Probleme. Nach dem Wegzug der Mauersegler sterben die Lausfliegen ohne ihren Wirt innerhalb weniger Tage ab.
Was tun, wenn man Nester oder Mauersegler findet?
Da der Mauersegler eine streng geschützte Vogelart ist, dürfen seine Nester nicht entfernt oder beschädigt werden. Wer ein Nest oder einen geschwächten Mauersegler findet, sollte das Tier vorsichtig sichern (z. B. in einem Karton) und sich an eine Wildvogelstation oder den Naturschutzbund (NABU) wenden.
Beim Reinigen alter oder ungenutzter Nistplätze empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen. Eventuelle Lausfliegen oder Puppen können einfach mit dem Nistmaterial entsorgt werden – chemische Maßnahmen sind unnötig, da die Parasiten ohne ihren Wirt nicht überleben.
In Nistkästen oder Dachnischen mit wiederkehrenden Mauerseglerbruten kann es sinnvoll sein, das alte Nistmaterial nach der Brutsaison zu entfernen. Dadurch wird verhindert, dass Lausfliegen-Populationen überwintern.
Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist weder notwendig noch erlaubt, da sie auch andere Insekten und Nützlinge gefährden würde. Trocknung und Lüftung reichen vollkommen aus, um verbliebene Lausfliegen oder Puppen abzutöten.

