Hummelmotte Nahaufnahme

Hummelmotte [Aphomia sociella]

Was ist die Hummelmotte (Aphomia sociella) und woran erkennt man sie?

Die Hummelmotte (Aphomia sociella), auch Hummelnestmotte oder Hummel-Wachsmotte genannt, ist ein nachtaktiver Schmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae). Ihre Larven leben parasitisch in den Nestern von Hummeln und Wespen und ernähren sich dort von Waben, Larven, Puppen und organischen Abfällen.

Erwachsene Falter fliegen von Mai bis September und sind vor allem in der Dämmerung und Nacht aktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Vegetation oder Gebäudenähe. Aufgrund ihrer Lebensweise gilt die Hummelmotte als potenziell schädlich für Hummelvölker, obwohl sie in der Natur auch zur Zersetzung alter Nester beiträgt.

Aussehen

  • Flügelspannweite: 18–44 mm
  • Grundfärbung: Graubraun
  • Männchen: Etwas farbenfroher, mit grünlich-violetten Schattierungen an den Flügelenden
  • Weibchen: Graubraun mit dunklem, charakteristischem Fleck auf den Vorderflügeln
  • Körperform: Zünsler-typisch, langgestreckt
  • Labialpalpen: Weibchen besitzen stark verlängerte, „rüsselförmige“ Mundtaster („Zünslernase“), die Männchen fehlen

Lebensweise und Ernährung der Hummelmotte

Die Hummelmotte ist nachtaktiv und fliegt zwischen Mai und September. Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in der Nähe von Hummel- oder Wespennestern ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven und begeben sich in die Nester, wo sie sich rasch entwickeln.

Larvennahrung:
Die Raupen fressen Waben, Brut, Pollenreste und andere organische Materialien im Nest. Sie leben in geselligen Gespinströhren, die sie aus feinen Fäden spinnen und mit Nestmaterial tarnen.

Falternahrung:
Die erwachsenen Hummelmotten ernähren sich von Nektar, Honigtau und Pflanzensäften.

Entwicklung:

  • Larvenstadium: mehrwöchig, abhängig von Witterung
  • Überwinterung: als Larve im Hummelnest
  • Verpuppung: im Frühjahr in einem Kokon außerhalb oder am Rand des Nestes
  • Schlüpfen der Falter: ab Mai

Woher kommen Hummelmotten und wie verbreiten sie sich?

Hummelmotten kommen in ganz Europa vor und sind eng an das Vorkommen ihrer Wirte gebunden. Sie leben vor allem in Gärten, Hecken, Wiesen und Waldrändern, wo Hummeln und Wespen ihre Nester bauen.

Die Falter legen ihre Eier gezielt in der Nähe dieser Nester ab – angezogen vom charakteristischen Geruch der Hummeln. Durch ihre nächtliche Aktivität bleiben sie oft unbemerkt, bis der Schaden im Nest sichtbar wird.

In menschlicher Nähe tauchen sie gelegentlich in Gartenhütten, Dachböden oder Mauerritzen auf, wo sich Hummelnester befinden.

Sind Hummelnestmotten schädlich?

Ja – für Hummeln und Wespen kann ein starker Befall schädlich bis zerstörerisch sein. Die Larven fressen die Wabenstruktur, die Brut und das Nistmaterial. In geschwächten Nestern kann dies zum Zusammenbruch des Hummelvolkes führen.

Für Menschen sind Hummelnestmotten dagegen völlig harmlos. Sie stechen oder beißen nicht und befallen keine Vorräte oder Textilien.

In der Natur spielen sie dennoch eine ökologische Rolle: Sie helfen beim Abbau verlassener Nester und tragen so zur Reinigung und Rückführung organischer Substanz in den Kreislauf bei.

Wie kann man Hummelnestmotten vorbeugen oder bekämpfen?

Da die Hummelmotte vor allem Hummel- und Wespennester befällt, ist eine Bekämpfung im Garten nur begrenzt sinnvoll – insbesondere, da Hummeln unter Naturschutz stehen. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, um einen Befall zu vermeiden:

Vorbeugung:

  • Nistkästen regelmäßig reinigen (nach Ende der Saison, nie während der Brutzeit)
  • Alte Nester im Spätherbst entfernen
  • Fluglöcher an künstlichen Hummelnestkästen mit engmaschigem Gitter sichern
  • Nester trocken und gut belüftet halten

Bekämpfung:
Eine direkte Bekämpfung der Hummelmotte ist nicht erforderlich und in vielen Fällen nicht erlaubt, da damit geschützte Hummelarten beeinträchtigt würden. In Ausnahmefällen (z. B. bei starkem Befall in Hummelkästen) kann man das Nest vorsichtig entleeren und das Material im Hausmüll entsorgen.