Wühlmaus Nahaufnahme

Große Wühlmaus [Arvicola terrestris]

Was ist eine Große Wühlmaus und wie erkennt man sie?

Die Große Wühlmaus, auch als Schermaus oder Erdratte bekannt, ist die größte einheimische Wühlmausart Europas. Sie lebt unterirdisch und kann erhebliche Schäden in Gärten, Obstplantagen und landwirtschaftlichen Flächen verursachen, indem sie Wurzeln und Knollen anfrisst. Trotz ihrer Größe wird sie oft mit der Ratte verwechselt, unterscheidet sich jedoch durch ihren gedrungenen Körperbau und den kürzeren Schwanz.

Aussehen

  • Körperlänge: 12–22 cm
  • Gewicht: 60–130 g
  • Fellfarbe: variabel, meist braun bis dunkelgrau, auch schwarz möglich
  • Kopf: stumpf mit kleinen, im Fell versteckten Ohren
  • Schwanz: behaart, etwa halb so lang wie der Körper
  • Zähne: markante, gebogene Schneidezähne

Lebensweise und Entwicklung der großen Wühlmaus

Große Wühlmäuse sind ganzjährig aktiv und leben als Einzelgänger in weitverzweigten Gangsystemen, die bis zu 100 Meter lang und 5–30 cm tief sein können. Diese Gänge dienen als Nahrungswege, Nester und Vorratskammern. Die Tiere sind tag- und nachtaktiv, wobei sie Phasen der Aktivität mit Ruhezeiten abwechseln.

Die Fortpflanzung erfolgt von März bis Oktober. Ein Weibchen kann in dieser Zeit 2–4 Würfe mit jeweils 2–10 Jungen zur Welt bringen. Die Jungtiere werden nach etwa 3 Wochen selbstständig und erreichen nach 2 Monaten die Geschlechtsreife. Die Lebenserwartung in freier Wildbahn beträgt meist nur ein Jahr.

Nahrung und Schadpotenzial

Als reine Pflanzenfresser ernähren sich Große Wühlmäuse von Wurzeln, Knollen, Rhizomen und Zwiebeln. Besonders im Herbst und Winter, wenn das oberirdische Nahrungsangebot knapp ist, verursachen sie durch Wurzelfraß erhebliche Schäden an Obstbäumen, Zierpflanzen und Gemüsekulturen. Typische Anzeichen eines Befalls sind plötzlich welkende Pflanzen, die sich leicht aus dem Boden ziehen lassen, sowie flache, unregelmäßige Erdhaufen mit Pflanzenresten.

Unterschiede zu Ratten

Obwohl die Große Wühlmaus in ihrer aquatischen Form die Größe kleiner Ratten erreichen kann, gibt es deutliche Unterschiede:

  • Körperbau: Wühlmäuse sind gedrungener mit einem kürzeren Schwanz.
  • Kopf: Wühlmäuse haben einen breiteren Kopf mit stumpfer Schnauze.
  • Ohren: Wühlmäuse haben kleinere, im Fell verborgene Ohren.
  • Lebensweise: Wühlmäuse leben unterirdisch und sind Einzelgänger, während Ratten soziale Tiere sind und oft oberirdisch leben.

Bekämpfung und Prävention

Ein effektives Vorgehen gegen Wühlmäuse umfasst:

  • Einsatz von Fallen: Besonders wirksam sind Kastenfallen, die regelmäßig kontrolliert und umgesetzt werden sollten.
  • Geruchskontrolle: Da Wühlmäuse sehr geruchsempfindlich sind, sollten Fallen mit Erde abgerieben und mit Handschuhen angefasst werden.
  • Köder: Frisches Gemüse wie Möhren oder Sellerie eignet sich gut als Köder.
  • Vorbeugung: Regelmäßiges Umgraben des Bodens und das Entfernen von Unkraut können einen Befall verhindern.

Bei starkem oder wiederkehrendem Befall ist es ratsam, professionelle Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen, um eine effektive und nachhaltige Lösung zu gewährleisten.